Vorteile von pflanzlichem Kraftstoff
Pflanzenöl als alternativer Kraftstoff wird zunehmend interessanter. Stellen Landwirte Ölpflanzen zur Verfügung und findet die Pressung regional statt, so profitieren verschiedene Gewerbe dieser Region (lokale Wirtschaftsförderung).
Sorten
Pflanzenöle werden durch Pressung aus Ölpflanzen gewonnen, wobei es zumeist die Samen sind, die den höchsten Ölgehalt der Pflanze aufweisen. Sehr bekannte Pflanzenöle sind Sonnenblumenöl, Rapsöl, Maiskeimöl, Leinöl, Kürbiskernöl, Olivenöl, Palmöl, Kokosnussöl, Erdnussöl und Sojabohnenöl.
Eigenschaften
Chemisch gesehen sind Pflanzenöle Carbonsäureester: mit einem Alkohol, dem Glyzerin, sind drei Fettsäuren (Triglyceride) verbunden.
Da jede Ölpflanze jeweils ein für sie charakteristisches Fettsäuremuster hat, sind Pflanzenöle unterschiedlicher Qualität. Leinöl beispielsweise ist unter mitteleuropäischen klimatischen Bedingungen fast fest und daher als Kraftstoff in unseren Breiten ungeeignet.
Sonnenblumenöl oder das Öl des Leindotters sind bezüglich der wichtigen Kraftstoff-eigenschaften, wie dem Rapsöl sehr ähnlich. Viele heimische Ölpflanzen sind hinsichtlich ihrer Kraftstoffeigenschaften jedoch noch nicht untersucht worden.
Anbau
Quantitativ sind in Mitteleuropa insbesondere die Mähdreschfrüchte von wirtschaftlicher Bedeutung. So kommt für den Einsatz als Kraftstoff hierzulande hauptsächlich das Rapsöl in Betracht. Das liegt vor allem am hohen Ölertrag dieser Pflanze und an den positiven Wirkungen der Rapspflanze für den Boden, sofern eine gegliederte Fruchtfolge (5 Jahre) eingehalten wird.
In tropischen Regionen (z.B. in Malaysia oder in der Sahel-Zone) sind besonders das Palmöl und das Öl der Pourgiernuss für die Kraftstoffnutzung von Bedeutung.
Kaltpressung
Bei Kaltpressung der Saat entstehen ausschließlich zwei Produkte, Pflanzenöl und Presskuchen. Das Öl wird sowohl als Kraftstoff (Dieselersatz) in speziell umgerüsteten Fahrzeugen, als auch als technisches Öl und hochwertiges Speiseöl genutzt; Rapskuchen wird von Viehhaltenden Landwirten der Region gekauft und anstelle von importiertem Sojaschrot und Tiermehl an die Tiere verfüttert. Ein neuer und zusätzlich regionaler Stoff- und Geldkreislauf, der eine Perspektive für die Landwirtschaft darstellt, wird geschaffen.
Vorteile des Pflanzenöl
Naturbelassenes Pflanzenöl als Kraftstoff hat unbestritten ökonomische und ökologische Vorteile vor Kraftstoffen aus fossilen Energieträgern. Das ist darauf zurückzuführen, dass bei der Verbrennung nicht mehr Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt wird, als die Pflanze vorher aus der Luft umgesetzt hat.
Einsatzbereiche
Bereits heute kann im häuslichen Heizungsbereich (stationäres BHKW) und im Transportsektor auf fossile Kraftstoffe verzichtet werden und naturbelassenes Pflanzenöl, nicht zu verwechseln mit verestertem Rapsmethylester (Biodiesel, RME), tanken.
Da bei der Verwendung von kaltgepresstem Pflanzenöl andere Anforderungen (niedrige Zündwilligkeit) an den Dieselmotor resultieren, ist es notwendig, das Fahrzeug entsprechend umzurüsten. Pflanzenöle sind vom Umweltbundesamt als nicht wassergefährdend eingestuft und so ohne Auflagen lagerbar. Des Weiteren unterliegt es nicht Mineralöl- und Ökosteuer.
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